Die Sache mit dem Spundekäs, Rosi und die Nonne

Ich weiss ja nicht, ob ich das schon erwähnt habe. Aber ich lebe zwar in Bayern, bin aber ein Määnzer Mädche.

Das heißt..es gibt da nämlich Unterschiede:

Mainzer Mädchen:

Das sind die, die dort leben aber weder dort geboren sind, noch dort aufgewachsen.

Meenzer Mädche:

Das sind die, die zwar dort aufgewachsen sind..aber nicht dort geboren.

Määnzer Mädche:

Das sind die, die dort geboren sind und dort aufgewachsen.

Jaja, das ist echt wichtig. Meenzer ist nicht gleich Määnzer ;o)

Wie dem auch sei.

Freue ich mich immer wenn der neue Monat anfängt, dann da bekomme ich Kohle..wie jeder halt… Aber ich freue mich deshalb so, weil ich dann endlich mal wieder Geld habe, um den Obdachlosen etwas zu kochen.

Und jetzt kommen wir wieder darauf, warum ich das mit Mainz erwähnt habe.

Ich fertige..denn kochen wäre da zu viel gesagt…dann immer eine riesige Portion Spundekäs..Rezept folgt ;o)

Ich bin nicht so die riesige Köchin…ok..ich bin in der Küche ne ziemliche Pfeife. Aber wenn ich mal etwas kann, dann ist es einfach…aber gut.

So..jetzt lebe ich ja in Bayern..wie schon erwähnt…und die Bayern kennen zwar den Obazda…aber sie kennen nicht den Spundekäs.

Und deshalb ist das so zu einem Ritual geworden…immer so Anfang des Monats…je nach Finanzlage auch mal jeder 2. Monat oder 3., mache ich also diesen Spundekäs und packe ihn in verschieden kleine Portionen. Haue das ganze in einen Korb und besuche die Obdachlosen.

Heute Morgen war ich früh wach…der abklingende Vollmond macht mir zu schaffen und ich habe wenig geschlafen.

Also ging ich in meine Küche und setzte den Spundekäs an.

Und weil ich so in Fahrt war, habe ich auch noch einige Hundekekse gebacken..ach ja..Kim hat sie geliebt..

Auf jeden Fall…packte ich das Ganze in einen großen Korb und fuhr los.

Ich hasse Bus fahren. Vor allem hier…

Manchmal denke ich, dass die Busfahrer alle aus dem Islam kommen und denken, das nach ihrem Tod 72 Jungfrauen auf sie warten….

Irgendwann kam ich dann endlich an und lief den Main entlang.

So lange es noch nicht so kalt ist, leben hier viele Obdachlose am Wasser und genießen noch die Sonne.

Nach einigen Metern sah ich etwas auf mich zu rennen…ich nahm meine Brille heraus und schaute…und ich sah Rosi. Meine alte FL kennt ja noch die Geschichte der Rottweiler-Hündin die einem der Obdachlosen gehört.

Sie rannte auf mich zu und setzte zum Sprung an.

Ich rief nur laut: Rosi, Aus! Aber es war zu spät. Sie warf mich um und ich landete unsanft auf dem Rücken.

Und dann stand eine Hündin auf mir, die mich stürmig ableckte.

Ich dachte nur: Mein Rücken…

Und sagte: Rosi, Aus. Ist gut…ich hab Dich auch lieb.

Aber sie leckte und leckte.

Dann hörte ich einen Pfiff und Rosi stieg von mir runter.

Ihr Halter lief herbei und half mir hoch.

Er sagte: Tut mir so leid…Aber sie freut sich immer so.

Ja..das stimmt…50 kg pure Freude *lach*

Ich richtete mich auf und packte meine Sachen.

Als ich gerade anfangen wollte das Mitgebrachte zu verteilen hörte ich eine mir sehr bekannte Stimme.

Sie sagte: Christus sei mit Dir.

Ich dreht mich um und sagte: In Ewigkeit, Amen

Und ich sah die Nonne, bei der ich schon einige Zeit im Kloster verbringen durfte.

  • Ich muss hier mal etwas einfügen. Also nicht das ihr denkt, ich wäre so streng katholisch..absolut nicht. Ich glaube an „den Chef“ oder „das Universum“..manche sagen dazu auch Gott..aber ich füge immer ein „Göttin“, denn ich bin eigentlich der Meinung, dass Gott eine Frau ist..aber das ist ein anderes Thema.
  • Ich bin sehr eigen in meinem Glauben. Aber diese Nonne ist der Hammer. Ich lernte sie kennen, weil sie sich so fürsorglich um Obdachlose kümmert und wir sahen uns und haben uns „verliebt“ *lach*. Sie ist einfach eine tolle Frau.
  • Vor langer Zeit, lud sie mich mal in ihr Kloster ein..weil es mir ganz ganz mies ging. Und dafür werde ich ihr immer dankbar sein.
  • Aber nachdem das Kloster geschlossen wurde, haben wir uns aus den Augen verloren. Und deshalb habe ich mich so gefreut als ich sie sah.

Sie umarmte mich und wir gingen den Main entlang. Sie hatte auch einige Dinge dabei und wir verteilten sie.

Irgendwann kamen wir wieder bei Rosi und ihrem Halter an. Die 2 saßen da und er spielte Gitarre.

Wir setzten uns daneben und genossen die Sonne…und ich Rosis Zunge *lach*

Das sind die Tage im Leben die ich sehr liebe.

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4 Gedanken zu “Die Sache mit dem Spundekäs, Rosi und die Nonne

  1. Toll geschrieben…. ich war gerade mittendrin im Geschehen…. mein Gesicht nass von Rosis Zunge 😉 … und mein Herz erfüllt von all den Begegnungen der Liebe….ich glaube, Tage im Leben, die wir sehr lieben, sind von Tage an denen die Liebe im Zentrum steht ❤

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